Faszien lösen mit der Rolle – so geht’s

Faszien lösen mit der Rolle – so geht’s

Mithilfe einer Faszienrolle kann man verklebte Faszien lösen. Die Nutzung der Faszienrolle zu diesem Zweck wird auch „self myofascial release“ (SMR) genannt. Auf deutsch heißt das „eigene myofasziale Entspannung“, wobei myofaszial für „die Faszien betreffend“ steht. Klingt kompliziert, ist aber im Grunde nichts anderes als eine Selbstmassage der Faszien mithilfe der Faszienrolle.

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Das Prinzip ist simpel: Man legt sich zum Beispiel mit dem oberen Rücken auf die Rolle und rollt kontrolliert von der untere Spitze der Schulterblätter hoch bis kurz vor den Nackenansatz und wieder runter. Dadurch werden die Faszien und Muskeln im oberen Rückenbereich massiert und Spannungen sowie verklebte Faszien lösen sich.

Natürlich funktioniert dasselbe Prinzip auch bei anderen Körperpartien, zum Beispiel dem Gesäß, der Außen-, Innen-, Vorder- oder Rückseite der Oberschenkel oder den Waden. Man legt sich immer so auf die Faszienrolle, dass das eigene Körpergewicht für Druck auf der Rolle sorgt. Jede Körperpartie wird etwa 10 bis 15 mal hintereinander gerollt. Durch den Massageeffekt werden die Faszien wieder besser mit Wasser versorgt und die Durchblutung der Muskulatur wird angeregt. Bei regelmäßiger Anwendung kann man so die verklebten Faszien lösen und deren Beweglichkeit und Elastizität wiederherstellen.

Tipps zum Thema Faszien lösen

Kann man ohne professionelle Anleitung starten?

Das Gute an einer Faszienrolle: Man kann jederzeit mit der Selbstmassage beginnen und so seinen Faszien etwas Gutes tun – auch ohne professionelle Anleitung. Beim Massieren der einzelnen Körperbereiche mit der harten Schaumstoffrolle kann man nicht viel falsch machen – vorausgesetzt man hört auf die Signale seines Körpers und richtet sich nach seinem eigenen Schmerzempfinden.

In welche Richtung sollte man rollen?

Das Wasser, das sich in den Faszien befindet, wird bei der Eigenbehandlung mit der Faszienrolle wie bei einem Schwamm ausgepresst und fließt in alle Richtungen ab, bevor die Faszie sich wieder neu vollsaugt. Deswegen hat die Rollrichtung in der Regel auch keine große Bedeutung. Am besten rollt man in alle möglichen Richtungen. Hat man allerdings entzündliche Botenstoffe im Gewebe, sollte man in die Richtung zu rollen, in die auch die Lymphe fließt.

Tut das Rollen mit der Faszienrolle weh?

Es kann gut sein, dass die Behandlung mit der Faszienrolle am Anfang an einigen Stellen etwas weh tut und man nach den ersten Trainingseinheiten das Gefühl von blauen Flecken hat. Das sollte sich jedoch nach ein paar Trainingseinheiten bessern. Wenn nicht, sollte man einen Arzt aufzusuchen, der die Ursache für die Schmerzen ausfindig macht. Außerdem kann es hilfreich sein, einen Physiotherapeuten oder einen anderen Faszien-Experten zu Rate zu ziehen, um sich neue Anregungen für das Lösen der Faszien mit der Faszienrolle zu holen.

Wie oft sollte man die Faszienrolle verwenden?

Damit ein Effekt erzielt werden kann, ist es wichtig, die Faszienrolle regelmäßig zu nutzen. Allerdings ist es nicht nötig, stundenlang auf der Rolle hin und her zu rollen – auch kleine Behandlungseinheiten bringen etwas. Will man die Faszien lösen und weicher machen, sollte man möglichst täglich für circa 10 Minuten zur Rolle greifen und die einzelnen Körperpartien damit behandeln. Geht es nicht ums Faszien Lösen, sondern um eine Straffung und Kräftigung des Bindegewebes, sollte man die betroffenen Stellen nur etwa jeden zweiten Tag mit der Rolle massieren.

Es es besser schnell oder langsam zu rollen?

Will man verklebte Faszien lösen, es es am besten langsam zu rollen. Außerdem macht es Sinn, während des Rollens bei Stellen, die einen leichten (!) Schmerz auslösen, kurz innezuhalten – genau dort sitzen die verklebten Faszien, die behandelt werden möchten. Alle, die nicht die Faszien lösen, sondern ihr Bindegewebe straffen wollen, können ruhig etwas schneller rollen.

Ab wann ist ein Effekt zu spüren?

Wer mit der Faszienrolle das Fasziengewebe bearbeitet, sollte keine Wunder erwarten. Die Rolle dient dem Faszien Lösen , ersetzt aber nicht das gezielte Training zum Aufbau von Muskulatur. Außerdem dauert es einige Wochen oder Monate, bis die Faszien wieder flexibler und besser in Form sind. Das Gewebe regeneriert sich leider nicht von heute auf morgen.

Ersetzt die Faszienrolle professionelle Behandlungstechniken?

Die Selbstmassage mit der Faszienrolle kann professionelle Behandlungstechniken wie Rolfing, Akkupunktur oder Osteopathie nicht vollständig ersetzen,da mithilfe der Rolle nur die oberflächlichen Faszien erreicht werden. Zur Behandlung des tieferliegenden Fasziengewebes, das zum Beispiel die Organe fixiert, sollte man einen der Faszien-Experten aufsuchen.

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